Dschingis Kahn vs. Lara Croft
Seit unserem letzten Eintrag sind knapp zwei Tage vergangen und wir haben mehr Geschichte gesehen, als die letzten 2 Jahre... !?
Gestern goennten wir uns erstmal einen "kulturfreien" Tag und erkundeten Siem Reap auf dem Fahrrad. Neben ein paar (fuer uns undurchsichtigen) Tempeln haben wir die zwei groessten Maerkte der Stadt besucht. Hier zeigte sich recht heftig der kulturelle Unterschied zwischen Thailand und Kambodscha: die Vielfalt sowie der Wille zum Geschaefte machen hat nach Osten hin massiv abgenommen. Der Unterschied zu "good old germany" dagegen nimmt stetig zu - Schweinskoepfe, getrocknetes Fleisch, Fisch und geroestete Schaben sowie Spinnen (zum Essen !?) haben wir bisher nur hier gesehen! Auch die hygienischen Zustaende im Umgang mit Lebensmitteln ist auf ganz anderem Level als in Thailand - Leute schlafen auf (!!!) ihren Staenden in Haengematten, waehrend sich ein Fuss bestaendig beim Schaukeln am getrocknetem Fleisch abstoesst - an Kuehlung ist dabei noch gar nicht zu denken! : )
Aber heute morgen dann: Angkor (unser erstes UNESCO-Weltkulturerbe)!
Um den Sonnenaufgang zu erleben und gleichzeitig den Menschenmassen weitestgehend zu entgehen starteten wir bereits um 5:00 Uhr. Nach einem bombastischen Sonnenaufgang mit gar nicht sooo wenig Leuten wie wir vielleicht um diese Uhrzeit erwartet haetten (wo sich das Geruecht wieder bestaetigt hat: Asien schlaeft NIE!) wurden wir umso mehr belohnt im Urwaldtempel Ta Prohm.
Hier und in dem darauffolgenden Tempel waren wir wirklich alleine! Und das machte die Sache nochmal beeindruckender, als sie eh schon war: wir zwei ganz alleine in einem vom Urwald zurueck eroberten Tempel - WOW!
Spannend, nervtoetend und beschaemend zugleich waren dagegen dutzende von kleinen Kindern, die einem fuer einen Dollar so ziemlich alles verkaufen wollten - sich selbst eingeschlossen?! Diesen zu entfliehen war gar nicht so einfach. (Aber nein Ben: wir bringen vorerst mal keins mit! : ) )
Auf dem Weg zu unserem dritten Tempel dann unser erster Notfalleinsatz im Ausland: Unser TukTuk-Fahrer waere ja voller Ignoranz vorbei gefahren - unsereiner dagegen mit einem ausgepraegten Helfersyndrom zwang ihn zum Anhalten: Verkehrsunfall auf der B8 zwischen Angkor Thom und Prae Khan! Ein niederlaendisches Paerchen war samt TukTuk von der Strasse abgekommen und hatte sich ueberschlagen, wobei der Mann wohl ungluecklich herausgeschleudert wurde und sich den Oberarm gebrochen hatte. Als wir kamen waren vielleicht drei Minuten vergangen und NIEMAND hatte irgendetwas getan... Nach provisorischer Schienung mit Holz aus dem umgebenden Urwald und einem Tuch seiner Frau, die auch schnell noch ein "Erinnerungsfoto" machte (...) kam nach einiger Zeit endlich "Hilfe" in Form von einem Suzuki-Mini-Polizeibus und der arme Mann wurde (hoffentlich!) ins naechste Krankenhaus gebracht. Ganz im Sinne des Parsonschen Grundgedankens (so ungefaehr: jeden Tag eine gute Tat) und noch weiteren vier Stunden schweisstreibendem (Michi war dann ganz leer also mussten wir Schluss machen...) Tempel-Schauen mit nunmehr mehreren Hundert Japanern und Chinesen fuhren wir wieder zurueck und schliefen uns erstmal drei Stunden aus... Dann gab's noch lecker Abendessen vom Haus-und-Hofkoch und morgen geht's dann entgegen unserer eigentlichen Planung weiter nach Phnom Penh (die Strasse nach Battambang ist leider kaputt oder sonstwas, auf jeden Fall faehrt kein Bus!)...
Mal wieder die allerherzlichsten Gruesse aus dem Dschungel,
Friedi und Michi