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4Aug/074

Die Stadt und der Markt – wer ist wer?

So, mittlerweile haben wir eine weitere Grenze passiert, und die Schmiergelder sind geschrumpft auf 2000Dong (ca. 20cent). Die Ueberfahrt war recht angenehm, da wir mit unserer deutschen Zurueckhaltung leider nicht mehr in den vollgestopften Mini-Bus passten, und ein eigenes Taxi bekommen haben (uebrigens ein Toyota - Camry, so wie 98% aller Autos hier!). Die anschliessende 5h Bootsfahrt den Mekong entlang war ziemlich entspannt, ausreichend Platz und hin und wieder ganz netter Ausblick.

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Da wir vorgesorgt hatten (reisen ja nicht zum ersten Mal... ) und uns ein "westeuropaeisches" Fruehstueck eingepackt haben (Baguette und Kiri) wurden wir auch nicht verleitet, die forcierte Wartezeit an der vietnamesischen Grenze mit Essen rumzukriegen. (mal wieder gaaanz zufaellig ein kleiner coffee-Shop direkt neben dem Einreiseamt... )

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In Chau Doc angekommen haben wir uns erfolgreich gegen die auf uns einfallenden Fahrradtaxifahrer (in Vietnam faehrt man scheinbar nicht mehr motorisiert) gewehrt und sind die 1,5km bis zu unserem Hotel zu Fuss gelaufen - ganz zur Belustigung und zugleich zum Missfallen der Bevoelkerung....

Dort angekommen erstmal unser 7$ Zimmer auf passende 5$ runtergehandelt. Vielleicht liegt es daran, oder an dem Provinzfeeling in dieser kleinen Stadt, dass das Hotelpersonal, sowie die meisten Erwachsenen uns gegenueber nicht halb so aufgeschlossen und freundlich reagieren, wie die Kambodschaner. Hat auch zur Folge, dass man nicht gar so penetrant angequatscht wird. Ganz im Kontrast dazu reagieren die Kinder auf unsere weissen Gesichter: ein lautes "Hello!" ist das Mindeste - aber zugleich auch das einzigste englische Wort, das die meisten hier kennen. Scheinbar bringt es Gleuck, wenn ein vietnamesiches Kind einem Weissen die Hand schuettelt - zumindest mussten wir heute bereits zweimal ran...

Gestern kamen wir angesichts der Zeit nur noch zum Abendessen (abenteurlicher als in Kambodscha, da hier kaum was ins Englische uebersetzt wird) und zu einer kleinen Cyclo (Fahrradtaxi) Fahrt, bei der wir zu Abwechslung die Rollen getauscht haben - Michi ist gefahren und der eigentliche Fahrer - Wong (haben wir kennengelernt und er hat uns ein bisschen was ueber sich und die Stadt erzaehlt) - sass hinten bei Frieda und hat dirigiert.

Heute dagegen haben wir die Stadt erkundet - mit einer Nussschale ueber den Fluss geschippert, uns alle religioesen Bauten angeschaut (die ChauDoc'aner koennen sich nicht entscheiden): eine Moschee, buddhistische Pagode, christliche Kirche, konfuzianischter Tempel und einige Symbiosen aus Allem. Den Markt bei Tageslicht gesehen, Fruitshakes probiert, die keine waren (Michi: Kokoswasser, Frieda: Avocango-Creme - mit Loeffel!!!), sogar den heiligen Berg haben wir bestiegen. Begleitet wurden wir von zwei Jungs, die die gefuehlten 2000 Hoehenmeter in ca. 15 Minuten gerannt waeren - durch uns aber auf 20 verzoegert wurden. Oben wurden wir belohnt mit einem Ausblick sowohl ueber das flache Mekong-Delta, als auch zurueck auf kambodschanisches Land. Schoen!

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Nach diesem anstrengenden Sightseeing-Tag (wir sind mitm Fahrrad bis zum Berg gefahren!) gibts einen zweiten Versuch vietnamesicher Kueche....  mal sehen!

Bis dahin liebe Gruesse aus dem Land des gelben Sterns,

Michael und Frieda

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2Aug/075

Phnom Penh von 3 nach 1…

Hallo zusammen! Mal wieder sind zwei Tage vergangen und wir ein paar Hundert Kilometer weiter suedlich... Nach angesagten 4h und reellen 6h Busfahrt (aber daran haben wir uns schon so gewoehnt, dass es uns fast gar nicht aufgefallen ist... Heute haben wir Tickets gekauft. von denen uns von drei verschiedenen Leuten drei verschiedene Zeiten zwischen einer und drei Stunden genannt wurden?! Die Wetten laufen noch...)

Gelandet sind wir also in Phnom Penh, der Hauptstadt Kambodschas. Das Begruessungskommitee bestand aus dutzenden von Phnompenhesen, die uns entweder eine Tuktukfahrt, ein Hotel, einen Ausflug nach Sonstwohin oder ihre kleine Schwester verkaufen wollten... nachdem wir uns durchgebissen hatten und einen vertrauenswuerdigen *lach* ( = verstaendliches Englisch sprechend) Fahrer gefunden hatten, fuhr der uns fuer 1USD direkt (!) zu dem von uns ausgesuchten "Hotel", dem Happy Guesthouse (nr. 11)... Nebenbei bemerkt ist "Happy" hier uebrigens das Codewort fuer "alles mit Marihuana"... bisher haben wir allerdings nichts gemerkt.

Nach einem kurzen Abstecher zum Psar Thmei (neuer Markt - fast wie in Erlangen), wo wir direkt neben dem Schlachthaus am Schuhmarkt (3m Abstand! Wahnsinn!) fuer mich ein neues Paar FlipFlops gekauft haben (die Dusche ist bisschen eklig... aber was erwartet man fuer 3,5$), gings dann wieder heim und richtig richtig lecker essen auf der Seeterasse unserer Unterkunft. Bisher schmeckt uns Kambodschanisch deutlich besser als Thai!

Heute stand Ausschlafen auf dem Programm (leider ist unser Zimmer direkt neben der Kueche und ab sieben Uhr stand Kokosnuesse zerschlagen an!), schliesslich geht's morgen schon wieder um 6:30Uhr weiter nach Chau Doc, Vietnam.

Danach wieder lecker Fruehstueck (des Essens wegen koennten wir hier Wochen verbringen... falls das vorhin nicht so ganz rueberkam *lach*) und auf in die Stadt! Zunaechst zum Wat Phnom, unser erster Wat, den wir auch von innen gesehen haben! Leider doch nicht so interessant, wie wir vielleicht dachten (schliesslich das groesste Heiligtum der Landeshaupstadt!) - besteht aus ungefaehr 42 Buddahfiguren und 50 Kerzen. Ausserdem liegt ueberall Geld rum, Reissaecke, Fruechte, Blumen und Stinkeraeucherstaebchen (Felix' Paradies!).

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Kaum aus dem Tempel raus und schon im Nationalpark - wir Westeuropaeer total hin und weg von zwei Affen, die da einfach so ueber den Weg huepften... Naja, eigentlich waren's bestimmt 30 ingesamt und niemand ausser uns fand's spannend... Egal, wir haben 17 Fotos!!

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Naechste Station: Toul Sleng, das Genocide Museum (Voelkermord Museum). Die einstige Grundschule wurde unter dem Regime der roten Khmer zum groessten Gefaegnis des ganzen Landes. Alle Leute, die auch nur unter dem leichten Verdacht standen, gegen den Herrscher Pol Pot zu agieren, wurden dort gefangengehalten, gefoltert und letztendlich getoetet - von geschaetzten 20.000 Inhaftierten ueberlebten 7... Sozusagen das Auschwitz von Kambodscha und genauso sah's auch aus! Ziemlich bedrueckende Atmosphaere, vor allem, wenn man bedenkt, dass dieses Regime genauso begann, wie auch Hitler an die Macht kam! Und das ganze 1975... erschreckend!

Nach soviel Kultur gab's dann mal wieder einen der Katastrophenalarm-Regenfaelle und fuer Michi den ersten echten Kaffee seit einer Woche. Fuer 2$... wir waren anscheinend versehentlich im Reichen-Viertel... ;0)

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Nachdem's dann auch langsam aufhoerte zu regnen, schlenderten wir gemuetlich zurueck... Zwischen 7$-Curry und einem Mann, der im Muell nach Essensresten suchte, liegt hier nur eine Querstrasse. Die Gegensaetze koennten deutlicher nicht sein, der Sprung von der 3. zur 1. Welt ist hier nur ein sehr kleiner!

Jetzt gibt's dann erstmal wieder was RICHTIG leckeres zum Essen (das mit dem kambodschanischen Essen hatten wir schon erwaehnt, oder?) - uebrigens ist hier auch der Preis unschlagbar, wir zahlen zum Sattwerden zu zweit inkl. frischem Fruchshake und Bier irgendwas zwischen fuenf und sechs Dollar...

Wenn wir uns das naechste Mal melden, dann hoffentlich schon aus Vietnam, immerhin ist das Visum schon bezahlt! (Das Teuerste ueberhaupt im Urlaub - hier mal wieder je 35$)

Bis dahin schmatzende Gruesse,

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Friedi und Michi

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